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Jahrgang 1972 Laufheimat: Westerwald

Silvesterlauf Münz 2014

Frohes neues Jahr euch allen!
Viel Glück, Erfolg, Gesundheit und Spaß in 2015!

2014 endete für mich sportlich mit dem Münz Silvesterlauf.
Eigentlich geplant mit meinen beiden Laufbuddies Martin und Vanessa. Martin hat’s leider zeitlich nicht geschafft, die Vorbereitungen für seine USA-Übersiedelung haben ihn so vereinnahmt, dass er weder für Trainingsläufe noch für den Wettbewerb Zeit hatte – schade!
Also sind wir – Vanessa und ich – mit reiner Frauen-Power an den Start :)

Ich war anfangs so naiv und hatte mir das Ziel gesetzt, die persönliche Bestzeit auf 10km bis zum Jahresende auf unter 55min zu bringen.
Jaja… hab wohl den Winter vergessen, den hatte ich noch nicht auf der Rechnung.
Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen, dass dies mein erstes Laufjahr und damit mein erster Lauf-Winter ist. Mittlerweile weiß ich, dass Regen, Matsch, Schnee und Eis durchaus Hindernisse darstellen, die nicht zu persönlichen Bestzeiten beitragen ;)

Das Training in den Wochen vor dem Lauf war also eher ein freies Training, recht planlos und wenig effektiv.
Der Lauf war nun letztlich rein zum Vergnügen gedacht – und das war es auch, ein reines Lauf-Vergnügen.

Mein dritter offizieller Wettkampf begann am 31.12.2014 um 11.00 Uhr. Es war ein 10,7km-Crosslauf, mit einem Starterfeld von 736 Läufern. Bei leichtem Nieselregen ging es an den Start, bei ca. 1°C und – so auch die offizielle Warnung des Veranstalters – auf schneebedeckter und teils vereister Strecke:
AGB
Derart motiviert ging es eng an eng auf die ersten paar Meter. Ich hatte mich eindeutig zu weit hinten im Starterfeld aufgestellt und hatte meine liebe Not, die Bummler zu überholen. Sobald man rechts oder links ausholte, war man ruckzuck auf rutschigem Terrain, Vorsicht und Konzentration waren angesagt.
Daher der etwas angestrengte Ausdruck im Gesicht ;)
Und da soll irgendjemand sagen, sowas wäre fake – so bescheuert sieht man freiwillig nicht aus :-)))
Start
Die Strecke hat auf den ersten 4 Kilometern fast nur Steigung, auf Kilometer 5 hat man beachtliche Höhenmeter zu bewältigen. Und was im Sommer bei den Trainingsläufen schon recht anstrengend war, war auf schneebedecktem Boden echt schwierig. Das Überholen hat viel Kraft gekostet, man hatte das Gefühl es geht zwei Meter vorwärts und wieder einen zurück. Ich hab mir nichts sehnlicher gewünscht als ein paar Spikes, um endlich mal Grip unter den Sohlen zu spüren. Man fühlte sich wie in einem dieser Alpträume, wo man weglaufen möchte, aber irgendwie am Boden festklebt. Und ich mag es gar nicht, ausgebremst zu werden. Ich brauch meinen eigenen Rhythmus, sonst komm ich aus dem Tritt.
Alles reine Kopfsache. Als ich hinter mir hörte “boa, ich glaub ich schaff das nicht…” war ich gleich wieder obenauf. Ich wollte nicht so ein Weichei sein ;)
HA! ICH SCHAFFE DAS!!!
Ich gestehe, ich bin am steilsten Stück zweimal für etwa 10 Meter gegangen, als ich das Gefühl hatte, meine Waden streiken gleich.
Aber das war nur ein kurzer Moment der Schwäche. Oben am höchsten Punkt angekommen, hatte ich keinen Blick für die applaudierenden Zuschauer oder die Getränkestation. Mein einziger Gedanke “Yes, ab hier nur noch bergab, looooooos geht’s!!!” Dabei ist mir glatt entgangen, dass es da auch Sekt gab :) Den hätt ich mit Sicherheit genommen!
Auf der Gefällstrecke sind mir dann Flügel gewachsen. Es hat einen solchen Spaß gemacht, dass ich vergessen habe, es könnte glatt sein. Meine Füße haben sich selbständig gemacht und einfach nur noch Gas gegeben. War nicht ganz ungefährlich!
Strecke 1
Strecke
Da neben dem 10er Hauptlauf auch noch ein 5km-Lauf, 5km-Walking/Nordic Walking, ein Bambini- und ein Schüler-Lauf und ein Hund- und Herrchenlauf stattfanden, lief ich die letzten zwei Kilometer parallel zu den Hunden samt Herrchen. Echt cool wie die kleinen Vierbeiner da unterwegs waren!
Und den Zieleinlauf – vorbei an der einheizenden Sambagruppe – teilte ich mir mit nem flotten weißen Hundchen. Hehe, der Süße hat mit echt die Show gestohlen, ich war nicht bös drum!


Mit meiner Zielzeit 1:05:59 war ich sogar einigermaßen zufrieden, für die Witterungsverhältnisse ist das auf der recht anspruchsvollen Strecke ok.
Von 736 Läufern, darunter 190 Frauen und 37 meiner Altersklasse erreichte ich: Platz 515 / AK 19 / Frauen 83
Und darauf hab ich dann auch schön ein Bierchen und nen Glühwein getrunken! Prost!

Ein dickes Lob an den Veranstalter Münz für eine wieder mal sehr gelungene Veranstaltung mit prima Stimmung! Freu mich schon auf den Firmenlauf!
Ach ja, und nach dem Rutsch ins neue Jahr hab ich 2015 natürlich auch sportlich begonnen – mit dem Neujahrslauf des Running Team Bad Ems. Herzliche Grüße an der Stelle :)

Und jetzt … auf zu neuen Zielen! Halbmarathon steht auf dem Programm! Wobei ich allerdings nun in der ersten Woche schon ne Pause einlege, weil ich grad mit Angina hier sitze ;) Ich hoffe, ich bin die schnell wieder los…

Bis zum nächsten Mal, diesmal lass ich euch nicht so lange warten!
Auf ein sportliches neues Jahr – keep on running!! :)

Dunkelläufe … schaurig-schön!

Ein Lauf im Dunklen ist etwas ganz Besonderes!
Eigentlich will man nicht, aber wenn man erst unterwegs ist, ist es ein unglaubliches Feeling!

Wer drei- bis viermal die Woche laufen will und ganztags arbeitet, kommt in dieser Jahreszeit wohl nicht drumherum – ein Lauf im Dunkeln ist fällig!
Vor der Arbeit dunkel, nach der Arbeit dunkel, nur ne halbe Stunde Mittagspause … da heißt es:

“Licht aus – Spot an!”

Stirnlampe 1

Und rein ins dunkle Vergnügen :)
Stirnlampe aufgesetzt (die stelle ich euch später noch genauer vor!), reflektierende Klamotten an, allen Mut zusammen genommen und ab geht’s.
Ich wohne dort, wo sich Hase und Igel gute Nacht sagen, bedeutet, wenn ich ein paar Kilometer zusammen kriegen will, muss ich auf jeden Fall die beleuchtete Dorfzone verlassen und raus in Feld und Wald. Und da ist es absolut zappenduster ;)
Keine Straßenlaterne weit und breit, und bei dem aktuellen Wetter – Regen, Wolken, Nebel – auch kein Fitzelchen Mondschein oder ähnliche romantische Dinge.
Nee … bloß das große Schwarz.

Hinzu kommt, dass ich meist alleine laufe. Ich bin wirklich kein Schisser, aber was man bei so einem Run durch die dunkle Nacht alles so empfindet ist schon schaurig.
Aber eben auch schön…
So auch heute. Gegen 17.00 Uhr laufe ich bei Nieselregen los, raus aus dem Dorf, ich lasse die letzten Laternen hinter mir und gehe tapfer den ersten Kilometer an.
Die Stirnlampe leuchtet recht weit, man sieht ganz gut wo man hintritt und läuft relativ sicher, was den Untergrund angeht. Was man so gar nicht mitkriegt, ist alles was um einen herum geschieht. Der Lichtkegel streut nicht so weit zur Seite, man läuft wie im Tunnel – nur fixiert auf das was da vor einem liegt.
Und dann … Schrecksekunde! … die ersten glühenden Augen, am Wegesrand… eine Katze … puh, gottseidank! Denn hier gibt es auch viele Wildschweine in der Gegend, und denen will ich weder im Hellen und schon gar nicht im Dunklen begegnen…
Man hört auf alle Geräusche … ist das mein eigener schneller Atem? Oder ist jemand hinter mir?
Ein Knacken im Holz, hektische Blicke zur Seite – die Lampe auf das gerichtet, was einen erwartet. Aber da ist … nichts … oder???

Und dann die ersten Hupen und Tröten der runtastic-App! Juhuuuu, ich bin gar nicht allein unterwegs! Ungemein beruhigend!! =)
Es fängt an stärker zu regnen. Die Regentropfen werden von der Stirnlampe angeleuchtet und schwirren wie Insekten vor meinen Augen.
Und dann … PLATSCH … trete ich in eine Riesen-Matschpfütze. Irgendwie hab ich die in dem schemenhaften Licht unterschätzt. Nasse Füße, der Matsch spritzt an mir hoch, egal … sieht ja keiner, hehe, is ja dunkel!

Ich kann meine Geschwindigkeit gar nicht richtig einschätzen, weil die Landschaft so grau-in-grau an mir vorbeihuscht, ich laufe wie auf dem Laufband, immer nur auf die nächsten Schritte konzentriert. Es ist richtig spannend, was kommt da wohl gleich als nächste runtastic-Zeitansage?
Dann denke ich kurz, ich hab Halluzinationen – ich sehe zwei neonfarbene Streifen durch die Luft fliegen, grün und pink. Hä? was ist das?
Beim vorsichtigen näherkommen, erkenne ich einen Hundehalter (unbeleuchtet) mit seinen zwei Vierbeinern, die reflektierende Neonhalsbänder tragen. Ich sag “Die sehen aber unheimlich aus im Dunkeln”, darauf antwortet er “na Du vielleicht nicht?” hihi, mir wird klar, dass ich für andere auch nur ein hell leuchtender Punkt bin. WER hatte jetzt wohl mehr Schiss? ;)

Etwas später eine neue Erfahrung: Kühe haben hinten keine Augen – ergo: leuchten auch nicht von hinten! Und als ich an einer Weide vorbeilaufe und sich die (bis dahin für mich unsichtbaren) Kühe plötzlich zu mir umdrehen, und mich mindestens zehn paar leuchtende Augenpaare anglotzen, krieg ich fast nen Herzinfarkt, mannomann ….
Weiter geht’s mit allerhand Gehupe, Getröte und persönlichen Motivationen meiner lieben verrückten Runtasten.
Oh ich liebe diese Truppe! Nie ist man allein, Angst im Dunkeln verflüchtigt sich im Nullkommanichts und man hat trotz Schietwetter ein fettes Grinsen im Gesicht.

Das Grinsen vergeht mir allerdings, als ich vor mir plötzlich einen Mann erkenne. Er geht da offensichtlich spazieren??? Jedenfalls hat er keinen Hund dabei – was zum Henker treibt der hier draussen? Mir wird unheimlich, ich lege einen Zahn zu, sprinte an ihm vorbei, murmele einen Gruß und sehe zu, dass der Abstand zwischen uns ganz ganz schnell größer wird. Als ich mich kurz drauf umdrehe hat die Dunkelheit ihn schon verschluckt… uuuuaaaaaahhhhh … was hab ich hier bloß für ein Hobby???

Am Waldrand, zwei weitere Kilometer später, sehe ich plötzlich aus den Augenwinkeln zwei leuchtende Augenpaare quer über die Wiese im gestreckten Galopp auf mich zukommen. Ich lege eine Vollbremsung hin und halte die Luft an … bitte bitte lieber Gott … lass es ein paar Rehe sein! Mein Stoßgebet wird erhört, die beiden laufen über meinen Weg und dann sehe ich nur noch ihr helles Hinterteil leuchtend und hüpfend im Wald verschinden … mein Pulsverlauf auf dieser Runde ist mit Sicherheit sehr untypisch ;)

Als ich später durch eine Straße im Ort laufe, sehe ich überall in den Häusern heimelig die Lichter brennen. Aber ich empfinde nicht die geringste Lust, jetzt da drinnen zu sein. Ich genieße es total, hier mit matschverschmierten Klamotten im Dunkeln durch den Regen zu laufen und würde am liebsten jede Runtastic-Motivation laut erwidern … “Yeah” “Come on” … ich fühle mich ganz großartig und hab ständig die Melodie von Rocky im Kopf – komisch? =)
Als ich nach 40 min. zu Hause ankomme, bin ich einfach nur glücklich und stolz – Mission Dunkellauf für diese Woche erfüllt! Tschacka!

Stirnlampe

Zugegeben, es gibt natürlich auch die Möglichkeit, sich einer Laufgruppe anzuschließen und mit anderen gemeinsam zu laufen, im Idealfall auf beleuchtetem Terrain.
Das hab ich letzte Woche auch ausprobiert, und es ist definitiv für die dunkle Jahreszeit eine gute Alternative.

ABER … bei so einem einsamen Run in absoluter Dunkelheit … da liegt auch Abenteuer in der Luft – und ich gestehe – ich find’s herrlich!
In diesem Sinne

keep on running… bis es wieder heißt “Licht aus – Spot an”

28. Hachenburger Löwenlauf, 18.10.2014

Juhuuu,
mein erster offizieller 10er ist geknackt!

606

Am 18.10.2014 fand der 28. Hachenburger Löwenlauf bei absolutem Bilderbuchwetter statt. Mein erster Lauf, zu dem ich mir ein Ziel gesteckt hatte. Und mit Stolz kann ich berichten – jaaaaaaa! Ziel erreicht!

Nachdem der Extremlauf im April diesen Jahres noch unter dem Motto “Hauptsache ankommen und Spaß haben” lief, war mein persönliches Ziel diesmal “10 km unter 60 min”. Dazu war ich fleißig! Den Trainingsplan hab ich 16 Wochen lang brav durchgezogen, incl. zwei Wochen Pause wegen fetter Erkältung, und schon während des Trainings war das vorgegebene Level erreicht. Die 10km unter einer Stunde hatte ich drauf.

Also steckte ich mein Ziel ein wenig höher, es sollte auf alle Fälle eine persönliche Bestzeit auf 10 km werden und am allerliebsten hätte ich den kompletten Lauf unter einer Stunde gefinisht. Leider hat mir der Veranstalter da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Zieleinlauf ist verlegt worden und der Lauf hatte nun eine Gesamtlänge von 10,8 km!

Ich war jedenfalls vorm Start ganz schön hibbelig. Ist schon was anderes, nicht mehr in einem Team anzutreten, sonder jetzt allein als Einzelkämpfer loszulegen. Zwar waren meine beiden Laufbuddies Vanessa und Martin auch dabei, aber es war klar, dass jeder sein eigenes Ding durchzieht.
Schon beim Einlaufen auf dem Hartplatz in der Nähe ist die Nervosität dann aber ganz schnell verflogen.
Die Konkurrenz wurde beäugt, viele mit Laufshirts von diversen Laufgruppen! Und wie fit die alle aussahen! Die würden uns bestimmt schnell davonrennen….

Am Start hatten wir uns im letzten Viertel einsortiert, das gesamte Starterfeld zählte etwa 180-200 Läufer. Was echt blöd war: die elektronische Zeiterfassung wurde hier beim Löwenlauf nur für die Marathonis eingesetzt. Für uns hieß das “traditionell” mit Startpistole starten und nur die Bruttozeit wurde erfasst. Am Anfang herrschte ein ziemliches Geknäuel, die Truppe musste sich um eine Kurve in die erste schmale Straße zwängen…ich musste mir meine Lücken suchen … ungewohnt!

Und dann ging’s los … die ersten paar Leute wurden überholt und die Strecke ging zunächst nur bergauf. Bloß nicht mitreißen lassen, schön gelassen angehen und am Berg nicht aus der Puste kommen! Die ersten Motivationen kamen über runtastic rein, hihi … immer wieder eine Freude!!!
Ab Kilometer 3 ging’s von der Straße weg in den Wald. Jetzt hieß es sein Tempo zu finden. Aus den Trainingsläufen war ich mein “Wohlfühltempo” gewohnt. Außer im Intervalltraining hab ich ja eigentlich nie richtig Gas gegeben, immer nur “leichte Dauerläufe” trainiert. Ich hab das Tempo mal leicht angezogen um die pace auf jeden Fall unter 6 zu halten – hat ganz gut geklappt. Neben mir lief ein Mädel, das offensichtlich gecoacht wurde, ihr “pacemaker” hat sie immer wieder angetrieben Gas zu geben. Ich hab mir das ne Zeit lang angehört und musste in mich reingrinsen … das konnte ich auch ohne Coach! Also noch ein bisschen flotter, und die beiden abgehängt. Martin lief übrigens ein Stück in Sichtweite vor mir, Vanessa irgendwo hinter mir. Also war ich gar kein Einzelkämpfer, wir kämpften im selben Lauf, in Gedanken beim gleichen Ziel – das verbindet!

Bei Kilometer 6 etwa lief’s richtig gut. Ich konnte zum erstenmal richtig befreit laufen und auch die Landschaft und diese herrliche Sonne genießen! Meine Beine liefen jetzt wie von selbst und ich wunderte mich über eins, zwei andere Läufer (T-Shirt Laufgruppe XY !) die tatsächlich eine Gehpause machten! Ich wurde flotter, die Strecke hatte ein leichtes Gefälle und ich ließ es einfach laufen …

BÄHHHHHHMMM ! Fehler!

Sobald die Konzentration zu sehr nachließ und ich immer schneller wurde, kam mein übelster Feind – das SEITENSTECHEN!
oh nein!!!!
Im Training hab ich das einfach weggeatmet, kurz langsam gemacht und weg war’s. Aber jetzt? Es war plötzlich so heftig, ich musste kurz gehen! Und das HIER? Auf abfallender Strecke???? Ich hörte ein aufmunterndes “tief atmen!” und dachte scheiße ….. meine schöne Zielzeit! Also Pobacken zusammenkneifen und weiterlaufen!
Ich konzentrierte mich auf die Atmung und nahm wieder das Tempo auf … tiiieeef atmen … ignorieren …. weiter …. weiter ….. aua ….aua …….

Und dann war’s wieder so schnell weg wie’s gekommen war. Ich gab wieder Gas. Ab Kilometer 8,5 etwa wollte ich es dann wissen, konnte ich es doch noch schaffen, diese blöde Gehpause rauszuholen?

Ich lief und lief … ich überholte einige Läufer und merkte beim Überholen – hey, die Beine können noch, da geht noch was! Und wieder die Tröten und La-Ola-Wellen aus dem Handy, jaaaa … mehr davon! go go go go ….

Und ich startete tatsächlich so etwas wie einen Endspurt :-)

Ich hatte so einen Spaß dabei, ich linste vorsichtig auf meine Pulsuhr, die pace zeigte kurz 4:50 an .. WOW … runtastic hat mir hinterher ab Kilometer 9 die paces 5:09 / 5:22 / 5:12 / 5:05 angezeigt. Ha! Das tat gut!

Vor dem Ziel dann klatschende Zuschauer, ich hörte den Sprecher beim Zieleinlauf und war happy … gleich geschafft!
Dann kam das Zieltor in Sicht, noch ein paar Meter …
ich hörte meine Nummer, meinen Namen und sah die Brutto-Ziel-Zeit 1:04: xxxxx

Yeahhh, mein erster Zehner!

Ein ganz kleines Event in der großen Laufwelt – aber ein riesiges für mich! Jeder Lauf, mag er noch so unbedeutend sein, ist für den einzelnen Läufer eine Herausforderung, und wenn sie gelingt ist es ein persönlicher Sieg!
Ich machte mich auf die Suche nach Martin, der winkte schon mit dem alkfreien Weizenbier ;-) ohhhh jaaa … DURST!
Einmal abgeklatscht und schnell meinen Schatz begrüßt, der natürlich auch zum Zieleinlauf gekommen war! Auch Martins bessere Hälfte samt Nachwuchs waren zum jubeln dabei.
Und dann kam auch Vanessa dazu und wir feierten uns ein bisschen … bei Sonnenschein und bester  Laune!

Und jetzt?

Neue Ziele müssen her! Hier wird sich nicht auf den Lorbeeren ausgeruht! Der nächste Lauf soll der Münz-Silvesterlauf in Montabaur sein – also wird weiter trainiert. Die Zeit beim 10er wird verbessert. Und dann gehe ich mein nächstes größeres Ziel an – der HM, irgendwann unter 2h!

In diesem sportlichen Sinne…
…keep on running!

Liebe Grüße, eure Claudia

 

 

 

 

Lauftagebuch – Trail, mal was Neues!

12.10.2014 Training (10km unter 60min) DL leicht 60 min

Nach der Schlappe beim Intervall brauchte ich heute dringend was ganz anderes, was neues … etwas für die Seele! Denn eines ist mir klar geworden: ich laufe nur für mich! Also tu ich nur das, was mir gut tut!

Und bei dem herrlichen Wetter wollte ich raus in die Natur, goldgelbe Blätter sehen, durch die die Sonne hindurchblinzelt, raschelndes Laub unter den Füßen, durch Dick und Dünn und viel Abwechslung. Also rein in die Trailschuhe und los …

Die Strecke fing auf einer ehemaligen stillgelegten Kreisstraße an. Viel Platz zum Warmlaufen und die Sonne genießen. Dann ging’s ein Stück über Feldwege bis zum nächsten Ort, quer durch die Gassen in Richtung Holzbachschlucht. Wer lesen kann ist klar im Vorteil, ist ausgeschildert und ich bin trotzdem falsch abgebogen, tztztz….

Im Wald angekommen wurde der Boden schnell matschig, unter dem verrottenden Laub versteckten sich viele Stolperfallen, da muss man höllisch aufpassen wo man hintritt! Der Pfad wurde enger, den Brennnesseln konnte ich nicht mehr ausweichen. Was soll’s, kommen eben zu den Mückenstichen von gestern noch Nesselpusteln dazu, juckt alles ganz wunderbar … hehe. Meine Unterschenkel sind aktuell keine Augenweide ;-)

Und dann wurde es so richtig schön idyllisch :-)
Der Weg entlang des Holzbachs wird steil, mit vielen glitschigen Wurzeln und rutschigen Steinen, ist recht schmal und an der Seite schön abschüssig – Talfahrt sicher wenn man nicht aufpasst ;-)
Blöd war nur – es war Sonntag! Doch einige Wanderer unterwegs, die mit ihren Stöcken wie ‘ne Karawane durch die Schlucht wuselten. Und da musste erst mal dran vorbeikommen! Da nützt kein “Achtung”, oder “Bitte mal vorbeilassen”, … oder gar
“Vooooorsicht”. Neeeeee …. wenn die Lieselotte und die Brunhilde mit ihrem Otto und Karl-Friedrich durch die Wälder ziehen, da sehen und hören die nix! Hä? Wat is?
Na gut, hier muss man ja auch nicht unbedingt mit Läufern rechnen ;-)
Jedenfalls haben die mir meine pace versaut :-)
Aber egal, ich genoss die Aussicht auf den rauschenden Holzbach und schwitzte doch ganz ordentlich beim Trail bergauf, ist schon was total anderes! Die Beine brannten und ich war gar nicht sooooo böse wenn mich mal einer ausbremste, die Pause kam eigentlich ganz gelegen, hihi … wenn man nur relativ ebenes Gelände gewohnt ist (was hier im WW halt so “eben” heißt) muss man sich an so ‘ne Stolpergasse erst mal gewöhnen – man muss sich echt konzentrieren!

Aus der Schlucht raus ging’s dann wieder über Wald- und Feldwege, schön breit – aber leider gnadenlos bergauf! Und das Trail-Stück hatte die Beine echt ein bisschen schwer gemacht, und so richtig flott lief’s dann nicht mehr – aber es sollte ja sowieso ein Genießer-Lauf werden. Und so trabte ich weiter … bis ich wieder eine Engstelle passierte. Der Weg verzottelte sich irgendwie im Unterholz bis ich plötzlich nur noch querliegendes Geäst vor mir sah. Also ab durchs Gestrüpp, bis ich irgendwie wieder auf einen asphaltierten Weg gelangte.
Laut Trainingsplan war ich jetzt eigentlich fertig – nützt bloß nicht viel, wenn das Auto 3 Kilometer weiter weg parkt.
Also fröhlich weiter traben … wieder in den Wald … wieder über einen Pfad … wieder über Stock und Stein … rauf und runter!
Hehe, meine Abwechslung hab ich bekommen!

Und die letzten Kilometer über die Straße, in den Ort rein und …
ich hatte fertig!
Ein richtig gelungener Lauf!

Ich grüß euch heute fröhlich,
habt einen schönen Abend

 

Lauftagebuch: Intervall….ihr wisst schon

10.10.2014 Training (10km unter 60min) Intervall

oh Mann….
Ich war sooo motiviert, Petrus hatte mitgespielt – es blieb trocken, sogar die Sonne kam raus, ich hatte Zeit, ich hatte Urlaub …
aber es wurde ein solcher Katastrophenlauf!

20 Min. einlaufen … ich merkte schon schnell, dass ich zu warm angezogen war, das Langarmshirt war zu dick, Hitzewallungen störten mich gewaltig! Ich hatte die falschen Schuhe gewählt, wenig Dämpfung auf Asphalt, fühlte sich nicht gut an … ich hatte viel zu wenig (gar nichts???) getrunken, das machte sich schnell bemerkbar!

Und dann diese nervige Tussi im Handy … “3, 2, 1,  erstes Intervall – zwei Minuten schnell” – da hatte ich schon keinen Bock mehr! Aber gut … Intervall ist Intervall, und ich verfolge ja ein Ziel. Also Tempo angezogen … und Seitenstechen bekommen! Nach einer Minute Tempo wieder rausgenommen, normal weitergelaufen.
Diese penetrante Stimme “noch 20 Sekunden, schnell….”, “noch 10 Sekunden, schnell”, … ja ja ja.

Aus den ersten drei Minuten langsam wurden also vier und sofort hörte ich schon wieder “3, 2, 1, … zweites Intervall, zwei Minuten schnell” , ja ja ja ich mach ja schon! (soll Laufen nicht eigentlich Spaß machen ?!?) Ich werde wirklich schnell – bis ich feststelle, dass sich meine Laufstrecke in eine Schlidderbahn verwandelt hat. Ich laufe die Intervalle meist auf einer stillgelegten Bahntrasse, die asphaltiert ist. Super, solange es nicht regnet und Berge von Laub da rumliegen! Ich komm ins Rutschen und verdreh mir leicht den Knöchel – verdammt !!!!! “noch 30 Sekunden – noch 20 Sekunden – noch 10 Sekunden – 3, 2, 1,  puuuuhhhhh !

Ich gehe! Ich mache eine GEH-PAUSE !!!!! Wann bitte schön ist mir das zuletzt passiert???

Schön, es fehlen noch drei Intervalle schnell. Die zieh ich irgendwie durch, mittelschnell, denn ich rutsche immer wieder… ich bekomm keine Luft, mein Puls ist viel zu hoch…

Als endlich die 20 Minuten Cooldown eingeläutet werden, mach ich Pausen zum fotografieren. Die Wochenaufgabe der RT-Laufgruppe lautet “Licht und Schatten” haha….ich zieh mir meine Kapuze über den Kopf und denke  “ja, genauso fühle ich mich jetzt gerade!” Meine absolute Schattenseite! Alles reine Kopfsache, nicht wahr? Ich bin enttäuscht, von mir selbst … Wenn nichts im Kopf ist, was die Laune hochhält wird das schwierig…
Noch schnell ein Bild vom Tunnel, durch den ich grad laufe, und dann nach Hause. Mein Puls rast, ich fühl mich mies, ich breche den Lauf nach 59 min ab, sollten eigentlich 65 min werden. Die Luft ist raus …

bööhh       Licht Schatten Tunnel

 

Vor dem Duschen poste ich noch die Wochenaufgabe-Bilder in Facebook und erdreiste mich, meine Laune zu beschreiben! Ohne weitere Erläuterung! Unerhört! Na wie gut, dass die meisten RTler das hier nicht lesen mussten :-D

keep on running! Ich grüße und verspreche bessere Laune!

 

Lauftagebuch – 15 km Gedankenfetzen

05.10.2014 Training (10km unter 60min) DL leicht 90 min

Ich bin heute eine längere Runde allein gelaufen, 90 min, das heißt mittlerweile 15 km. Ohne Geplauder, Ablenkung, … ohne Musik.

Dabei war mein Kopf relativ leer, daher diesmal kein großes Thema, sondern ein paar lose Gedankenfetzen:

Figur: als ich zu Hause gestartet bin, hab ich kritisch in den Spiegel geschaut und festgestellt “an mir ist nix mehr dran” ! Ich laufe definitiv nicht um abzunehmen, im Gegenteil. Ich muss aufpassen, dass ich genug futtere, um nicht zur Bohnenstange zu werden … zum Beweis:

:vorher da ist bald kein Arsch mehr in der Hose ;-)

Begegnungen: unter den vielen netten Menschen, die heute meinen Weg gekreuzt haben, war ein älterer Opi; der hat mir doch tatsächlich mit seinem Spazierstock den Weg versperrt und wollte Wegezoll ! :-) Ging dann Gott sei Dank doch ohne … und als ich falsch zum See abgebogen bin, stand da ein aufmerksamer Bürger und hat mir die Richtung gezeigt “Maadsche, dau muss do lang laafe!” – oder so ähnlich, Wäller Platt ist nicht meine Stärke :-D, laufen ist gesellig…

Eltern: mir kam ein Foto in den Sinn … Läuferpapi mit Kind … und ich musste an meinen Vater denken, der ist früher auch bei Volksläufen gestartet, eine uralte Kindheits-Erinnerung, schießt mir einfach so durch den Kopf, aus dem Nichts, ich hab keine Ahnung wie schnell der wohl war? Leider kann ich ihn nicht mehr fragen, er lebt nicht mehr, wurde nur 38 Jahre alt … meine Mutter ist ihm vor zwei Jahren gefolgt … mit 61 Jahren … genießt euer Leben und lauft was das Zeug hält, ihr habt nur dieses eine!

Haustiere: neidisch bin ich auf alle Hundebesitzer! Ich hab heute so tolle Tiere gesehen .. wenn ich die Zeit für so ein Tier hätte! Laufen mit Hund ist doch traumhaft … Nichts gegen meine Katzen, aber wenn ich an meine neu tapezierte Küche denke und was die beiden Teufel mit der alten Tapete angestellt haben :-(  oje…

Und so plätscherte die Zeit dahin, ich lief und lief und lief … und am Ende war ich recht zufrieden, dass die pace jetzt auch auf längeren Strecken unter 6 liegt.

RT 15 Karte RT 15er

Ich grüß euch aus dem Westerwald! keep running …

nachher

Lauftagebuch – Intervall…ist ein Arschloch

03.10.2014 Training (10km unter 60min) Intervall…

…und dieses Intervall ist heute echt ein Arschloch! Pardon…
Heute ist Tag 41 des Trainings und auf dem Plan steht ein Intervall, puuuhhhh…. ich bin kein Freund von dieser Art Schinderei.
Insbesondere mit ‘ner Pizza im Bauch und an einem herrlich faulen Feiertag bei tollstem Sonnenschein – aber was muss das muss!

Also Schuhe an und los … leider alleine. Denn wenn möglich, nehme ich als Motivation und Tempomacher meinen Schatz auf dem Fahrrad mit. Der fährt dann voraus und ich hechele hinterher ;) Ich versuche allerdings noch ihm beizubringen, dass er mich auch mal anschreien muss,  damit ich meinen Popo schneller bewegt kriege – er ist einfach zu nachsichtig! :-)
Aber heute wird bei uns die Küche renoviert, und mein Schatz bleibt bei unsrem fleißigen Helferlein, das grade emsig die neuen Tapeten an die Wände bringt…

Also geht’s alleine los. Der Plan sagt “EL 20 min, 5×3 min schnell mit 5×3 min TP, AL 20 min”. Beim Einlaufen ist noch alles easy, aber schon das erste Intervall breche ich vorzeitig nach 2 Minuten ab, der Kopf will einfach nicht!
Das zweite und dritte Intervall sind besser, aber mehr als 13,5 km/h im schnellen Teil wollen es einfach nicht werden … ich fühle mich wie ein bockiges Pferd, das partout nicht schneller laufen will.

Das vierte und fünfte Intervall haben den eindeutigen Vorteil, dass die Strecke hier etwas abfällt und sich das Tempo besser halten lässt.
Aber ich brauche echt jemanden, der mir mal Feuer unter den Hintern macht. Ich merke, dass da eigentlich mehr drin ist – wenn ich mehr Biss hätte und mal richtig kämpfen würde !!! Und das ärgert mich ohne Ende! :-(

Aber immerhin hab ich insgesamt mein Tempo verbessert – Rekord auf 10 km – 57:39 min!    Freu !!!

RT RekordFive  High five auf den Rekord!

Und eigentlich ist das ja mein aktuelles Ziel, die 10 unter ‘ner Stunde.

Und so sieht übrigens die Auswertung des Laufs auf der TOMTOM aus:

TOMTOM Höhe und Tempo TOMTOM Puls TOMTOM Pulszonen TOMTOM Übersicht

Bis zum nächsten Mal…. keep running!

 

 

Lauftagebuch

30.09.2014 Training (10 km unter 60 min) DL leicht 40 min

Heute ganz nach dem Motto “besser spät als nie” …
Verabredet war ich für 17.00 Uhr, gleich nach der Arbeit, mit Vanessa. Die Laufklamotten schon im Auto, mit der festen Absicht gleich nach Feierabend loszudüsen.

Um 16 Uhr war klar: kein pünktlicher Feierabend,
Um 16.30 Uhr war klar: Überstunden sind fällig
Um 17.00 Uhr war klar: das ist ein Scheiß-Arbeitstag, Kopfschmerzen machen sich breit
um 17.30 Uhr hock ich immer noch im Büro und denk “super, das war’s – gleich wirds dunkel…”
um 18.00 Uhr schleich ich mit hängendem Kopf aus dem Büro, völlig lauf-unmotiviert…

Aber im Auto lacht mich meine Sporttasche an … kurze Message an Vanessa “haste noch Lust” ? Ja logo!
Also nix wie hin zu ihr, schnell umgezogen…und ab auf die Piste!

Und mit jedem Meter wird der Feierabend schöner – mit jedem Kilometer das Grinsen breiter! :-D

Und als wir nach lockeren 40 Minuten zurück sind überredet mich Vanessa sogar noch die “Wochenaufgabe” zu machen, hihi… passt grad zufällig  (“Laufe in neonfarbenen Klamotten”)

Was bin ich froh, dass ich doch noch gelaufen bin! Der Kopf ist frei …

fast …

aber wirklich nur fast ….

… es fehlen noch viele viele Kilometer …

…bis zu welchem Ziel eigentlich???

…ich werde es rausfinden…

 

Der Berlin Marathon – aus der Sicht eines Greenhorns

Jeder Läufer träumt irgendwann in seiner Laufkarriere mal davon, in der Königsklasse zu laufen – einen Marathon! Und jeder, der diese magischen 42,195 km jemals bestritten hat, egal ob Amateur oder Profi, hat meine absolute Hochachtung!

Ich selbst bin im wahrsten Sinne des Wortes meilenweit davon entfernt, das jemals zu schaffen. Ich fand es ziemlich vermessen über einen Marathon zu schreiben, ohne jemals selbst zumindest einen Halbmarathon gelaufen zu sein – nun, das habe ich gestern noch schnell nachgeholt. Ich weiß jetzt immerhin wie sich Krämpfe anfühlen :-p

Ich werde heute keinen Marathon laufen …nein…ich werde einen beobachten! Und zwar den BMW Berlin Marathon, weil ich den ungeheuer spannend finde! Immerhin soll hier heute der Weltrekord geknackt werden – und jede Menge Runtasten sind auch mit am Start!

Aber da ich schlecht alle 40.000 Läufer im Auge haben kann ;-) hab ich mir vier Teilnehmer rausgepickt:

Meine Protagonisten sind zum einen der Profiläufer Dennis Kimetto, der versuchen wird den WR von 2:03:23 einzustellen. Und für Rekorde ist Berlin bekannt – 5 Weltrekorde in 10 Jahren! 

Zum anderen –  und hier bin ich sehr gespannt, wie die beiden sich schlagen werden – sind es zwei Hobbyläufer, die ich “Speedy” und “Gonzales” nennen möchte.   Die beiden sind Runtasten und werden von mir nach Kräften mit Cheers unterstützt,  insbesondere ab Kilometer 32 ist das sehr erwünscht, behauptet zumindest Speedy (hihi).

Und damit die Frauenquote nicht zu kurz kommt, nehm ich noch eine Läuferin aus dem Profilager aufs Korn: Anna Hahner, von den Hahner-Twins, die hier in Berlin persönliche Bestzeit laufen möchte.


Es ist Sonntag, 28.09.2014, 8.30 Uhr. Ich sitze, bewaffnet mit Kaffee und Cookies vor dem PC und warte aufgeregt auf den Start. Ich werde mir die live-Berichterstattung des rbb und die Aufzeichnungen von runtastic ansehen und beobachte den live-Tracker der Marathon-App.

Ich wünsche meinen beiden Runtasten einen wundervollen Lauf durch die Hauptstadt, möge es für beide ein grandioses Highlight ihrer Läuferkarriere werden – los geht’s!

Es ist 8.35 Uhr der rbb zeigt die Startaufstellung auf der Straße zum 17. Juni, Gänsehaut !!! Ich sehe die einzelnen Startblöcke und denke an “meine” Rennhasen im Block F (wie “F…lott”) hehe…Hier im Starterfeld tummeln sich 40.000 mehr oder weniger aufgeregte Läufer, treten von einem Fuß auf den anderen, die Stimmung scheint gut zu sein.. ich bin so nervös als müsste ich den Marathon selbst bestehen…ah.. der rbb interviewt derweil  Lisa Hahner, die drückt ihrer Schwester die Daumen und schleppt alle 5 km Wasser ran! … !!! Haha, und Dieter Baumann beginnt schwäbelnd seine Kommentare :-)
Die erste Startwelle rollt Richtung Siegessäule, die Tempomacher vorneweg, es steigen Luftballons auf – hach …schön… in den blauen Himmel, grandioses Wetter! Fantastische Bedingungen für einen richtig flotten Lauf! Es sagte mal jemand der Berlin Marathon sei “fast, flat and unforgettable”…

Anna Hahner startet mit drei (!) Tempomachern, wow, und die Profi-Männer brauchen nur 2:34min für den zweiten Kilometer – ach Du Schande ist das schnell,  aber jetzt im dritten KM werden die auch ruhiger :-)

Aufgepasst! Speedy ist gestartet,  Startzeit 8:55:27 Uhr , kurz darauf geht Gonzales auf die Strecke, Startzeit 8:57:57  wow ich drück die Daumen! Es wird Zeit, die ersten Cheers loszuschicken –
go go go go go go go go  … yeah! …
Die Profis passieren währenddessen schon die ersten Versorgungsstände bei km 5, kurz vor der JVA Moabit!  Anna Hahner ist hier als Achte unterwegs! Und die dritte Starterwelle läuft…hier geht’s Schlag auf Schlag, ich behalte kaum den Überblick!

Tracking um 9:05 Uhr : Anna Hahner bei km 5 – 17:32 min / Dennis Kimetto bei km 5 – 14:42 min  / die beiden Rennmäuse folgen…

Es sind so wahnsinnig viele Zuschauer am Streckenrand, tolle Stimmung, die ersten Musikeinlagen sind zu hören…was die Läufer davon wohl mitbekommen? Die Profis sicher wenig, aber die Runtasten? Hören die all die Rock- und Sambaklänge?

Einer von Anna Hahners pacemakern musste grade bei km 6 aussteigen…auch Profis sind nicht fehlerfrei ;)

Achje… Blasmusik! Na… die würde mich aber wenig motivieren, höchstens zum wegrennen :)

Dennis Kimetto hat jetzt schon die ersten 10km hinter sich, bei 29:24, Wahnsinn!!! Der läuft beim Marathon glatt doppelt so schnell wie ich bei nem 10er Wettkampf, hmmmm…..

Schnell mal die aktuellen paces der Rennmäuse checken:
5:09 im dritten Kilometer bei Gonzales! 4:58 bei Speedy, der macht seinem Namen jetzt schon alle Ehre…jetzt ist Speedy bei km 5 durch, mit 25:23 min, Gonzales passiert den Checkpoint bei 27:34. Ich würde zu gerne in deren Gesichter schauen! Was würde ich sehen? Entschlossenheit ? Zuversicht? Zweifel? Spaß?

Die Satelliten-Bilder auf runtastic sind so krass unterschiedlich zu den live-Bildern…das “normale” Stadt-Bild im Gegensatz zu diesem grandiosen Theater beim Marathon, Zuschauer-Alarm!! Eine Bomben-Atmosphäre, selbst am Bildschirm – was für ein geniales Feeling ist das sicher erst live!

Die Profis haben grade bei der aktuellen Getränkestation bei Kilometer 10 ein bisschen unprofessionell getankt, sah ein bisschen chaotisch aus… die müssten das doch besser drauf haben! Einer ist leider leer ausgegangen… Hm, ob die Runtasten sich selbst versorgen – oder nur auf die offizielle Streckenversorgung zurückgreifen?

Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hinschauen soll, die Live-Übertragung zeigt Bilder der Profis, klar, super spannend, … und die Runtasten will ich ja auch nicht aus den Augen verlieren, und die cheers nicht vergessen, und das Tracking?  … ei ei ei … spannend alles…

Grade ein toller Blick vom Hubschrauber über die Strecke, es geht vorbei am Kottbusser Tor Richtung Neu-Kölln, zum Hermann-Platz und Richtung Kreuzberg… es sieht aus, als  würde es bald ziemlich warm werden, die Sonne scheint! Berlin ist ne echte Sehenswürdigkeit!

Was? Wie bitte? Asphalt als Straßenbelag gibt mehr zurück als Beton – na die haben Sorgen :-)  ich glaub die Profis haben bei weitem nicht so viel Spaß am Rennen wie die Amateure, alles straff durchorganisiert, jede Aktion vorgeplant, die kriegen von der schönen Hauptstadt sicher nicht viel mit! Im technischen Meeting tags zuvor wurde der gesamte Lauf minutiös besprochen, und das Ding wird jetzt auch genauso durchgezogen. Professionell eben – ob die auch ne Pastaparty am Vorabend haben ? ;)

Speedy läuft jetzt 4er paces, jo es läuft! Yeah! Hau rein!!!
Gonzales ist noch bei knapp über 5, aber vielleicht fährt er die bessere Taktik? Das wird man am Ende sehen :-) Das Rennen muss gut eingeteilt werden, es kommen noch einige viele laaaaaaaange Kilometer!

Bin gespannt, mit welcher 10km-Zeit die beiden durchgehen, Anna Hahner – der flotte Zwilling – hat das mit 34:57 geschafft, ich denke 50er Zeiten wären bei den Runtasten realistisch, oder?

Die Kenianer sind weiter auf Weltrekord-Kurs, haben allerdings ein bisschen Zeit am Versorgungspunkt verloren…

Grad hört man wieder ne Samba-Gruppe, ich liebe dieses Trommelgedöns, würde ich hier laufen … das würde mich echt pushen!

Anna Hahner lächelt in die Kamera als wär das hier gar nichts! Vielleicht liegts an den Glücks-Ohrringen? Welche Glücksbringer haben wohl meine beiden Rennhasen dabei? Fragen über Fragen – vielleicht werden die ja gelegentlich beantwortet :-)

Dennis Kimetto ist übrigens grad beim HM-Checkpoint mit 1:01:45 vorbei, uuuaaaaa… dafür hab ich gestern 2:13:00 gebraucht!!! Ok, ich hatte aber auch keine pacemaker hihi….möchte sich da jemand anbieten?

So Gonzales… auch die 10 gepackt, mit 55:03 laut RT und 54:48 laut Tracking…das wäre übrigens eine Finish-Zeit von 3:51:13 wenn das so weiter geht…. juhuuu… und Speedy ist auf Kurs 3:32:46 super!

Ups, ne pace von 3:52 bei Speedy’s km 12 am Strausberger Platz, hoffentlich geht er das nicht zu flott an, die Atmosphäre incl. der bereits 325 cheers aus RT  verleitet zu einigem…Gonzales macht das ganz souverän, die erste 4er pace bei km 11, er ist warm gelaufen hihi… et läuft in Berlin…ick bin juter Dinge!

Die Männer (Hobby-Athleten), die sich um Anna Hahner positioniert haben, werden immer weniger, die Lady ist eben echt schnell! Das sind paces von unter drei, für einen Freizeit-Sportler ne Menge Holz.

Gonzales rennt grad durch die Lichternberger Straße und überquert gleich die Spree, Speedy flitzt durch den Kreisel  Ecke Oranienstraße/Prinzenstraße… übrigens sieht die Berlin-Karte auf Google-Maps aktuell witzig aus – nichts als Warnhinweise, kein Durchgangsverkehr, die Stadt im Ausnahmezustand.
Marathon-Paaaaaartyyy!

Hier zu Hause ist übrigens auch super Wetter, aber davon krieg ich grad so rein gar nichts mit, das Rennen hier ist einfach der Oberknaller, der Vergleich Profis und Hobbyläufer macht echt Spaß, ich bin ganz aus dem Häuschen…

Grade geht ein Tempomacher der Kenianer aus dem Rennen – mein Gott wie unspektakulär! Da macht der Mann seinem Champ das Tempo und läuft Spitzenzeiten, ist ständig im Livebild und verhilft den Helden vielleicht zum WR – absolutes Topniveau hier heute!! Und dann biegt der einfach links ab, verschwindet zwischen den Zuschauern und wird nicht mehr beachtet, der hat jetzt einfach Feierabend….unglaublich…kann dem mal bitte jemand zujubeln?

Die Spitzengruppe der Männer ist beim Wilden Eber angekommen bei Kilometer 28, geile Stimmung… die Samba-Trommler geben ihr Bestes, die Cheerleader auch …Mutai und Kimetto laufen immer noch ne pace von 2:46, ich brech bei dem Gedanken zusammen :-O
Mutai hat angeblich hin und wieder Probleme mit Seitenstechen, hat sich offenbar sogar operieren lassen – sieh an, sind alles nur Menschen :-) mit Problemen wie Du und ich.

Anna Hahner läuft übrigens mit Songtexten im Kopf, die teilt sich das Rennen in Lieder ein! Wie geil ist das denn? Und die lächelt immer noch in die Kameras als wollte sie gleich mitsingen! Und redet noch! Ihr aktueller Pacemaker macht auch nach 27 gelaufenen Kilometern immer noch die Welle für das Publikum, als wär das nix, Respekt!

Kimetto und Mutai liegen jetzt 24 Sekunden unter WR-Tempo !!! Unvorstellbar schnell…

Die Spitzentruppe ist immer noch recht groß für diese sensationell gute Zeit, die hier gelaufen wird, immer noch auf Weltrekord-Level!!!

Für die Profis verbleiben nur noch 9 km! Mein Gott wie schnell die Zeit hier vergeht, krass …jetzt 45 Sekunden unter WR-Zeit, woooohoooo, Mutai und Kimetto sind gut drauf – das gibt nen neuen WR! Jetzt bei Kilometer 36 am Wittenbergplatz liefern die beiden sich einen echten Showdown, attackieren sich gegenseitig , der andere geht jeweils mit, und das bei diesem Tempo, faszinierend, die laufen am Limit und sind doch so cool!

Ich krieg hier eine Gänsehaut nach der anderen!
Berlin ! Berlin! Sie laufen durch Berlin!

Und meine Rennhasen auf RT schlagen sich auch sehr souverän. Die reinen Zahlen besagen, dass beide sich ihr Rennen top einteilen, laufen sehr gleichmäßig und ich drück die Daumen, dass die beiden weiterhin ohne Blessuren durchkommen!
Los ihr Hasen – lauft! goooooooooooooooooooooo

Bei Kilometer 38 läuft Kimetto vorn, immer eng an der berühmten blauen Linie, Mutai folgt im jetzt mit ein bisschen Abstand, ein echter Krimi hier vorne an der Spitze…die Straßenschlucht am Potsdamer Platz wird durchlaufen, für die beiden ist es ein einsames Rennen…hier kann den beiden keiner mehr folgen..

Und die Rennhasen? Wo sind die grade? Speedy läuft bei Schöneberg auf der Yorckstraße, Richtung Goebenstraße, bei Kilometer 21 , Gonzales folgt knapp dahinter, bei Kilometer 19,5 !
Jungs, gleich ist Halbzeit!

Bei Checkpoint 40 rennt Kimetto jetzt alleine an der Spitze, er läuft deutlich unter WR, was passiert in den letzten 6 Minuten? Hält der das durch? Und was macht Mutai? Vielleicht laufen BEIDE Weltrekord? Hammer Hammer Hammer….10 Sekunden zwischen den beiden jetzt…Dieter Baumann vergisst das Schwäbeln so spannend ist das hier…das Brandenburger Tor ist in Sicht, das Ziel ist so nah, welche Kräfte mobilisiert man hier? Was macht der Kopf? Was die Beine? Die Zuschauer am Pariser Platz jubeln was das Zeug hält…

Und dann der Zieleinlauf – Wahnsinn! Die Zeit ?!

2:02:57 – neuer WR von Kimetto UND
2:03:14 – auch Mutai unter der alten WR-Marke!!!

Und Anna Hahner? Läuft immer noch auf Kurs persönliche Bestzeit…bei Kilometer 36 hat sie übrigens “Paradise” von Cold Play im Kopf :-)

oh was wär ich jetzt so gerne in Berlin! gestern beim HM hab ich noch gedacht auf gar gar gar keinen Fall jemals eine Marathon laufen zu wollen, aber wenn ich mir das hier so ansehe, stellen sich mir alle Haare auf Armen und Beinen zu Berge und ich will einfach nur laufen laufen laufen….. man soll nie nie sagen… ;-)

Falk Cierpinski kommt  grade als schnellster Deutscher mit 2:17:25 ins Ziel, Gratulation!
Die schnellste Frau im Rennen, die Äthiopierin Tirfi Tsegaye, ist grade auch beim Zieleinlauf,  mit 2:20:19 finisht sie den 41. Berliner Marathon.

Was muss das ein erhabenes Gefühl sein,  durch das Brandenburger Tor zu laufen! Ich werd hier ganz emotional bei diesen tollen Livebildern ! :) Bei strahlendem Sonnenschein, jubelnden Zuschauern, dem Wissen um viele viele mitfiebernde Fans….. einfach nur toll…das muss für Speedy und Gonzales einfach gigantisch sein!

Anna Hahner powert jetzt dem Ziel entgegen, sie überholt auf die Position 7 und was ihre Pacemaker da machen ist wieder klasse, die reinste Motivations-Show…. ich will auch einen Pacemaker!!!
Sie sieht jetzt auch schon das Brandenburger Tor, die Familie steht jubelnd am Rand … und man sieht dem Gesicht an wie die sich freut! Wie die kämpft! Sie strahlt und läuft mit Kusshändchen  mit ihrer persönlichen Bestzeit von 2:26:44 als siebte ins Ziel! Und hat sich damit ne Sachertorte verdient ;-)

Gonzales ist bei Kilometer 26 in Steglitz grade zur Versorgungsstation abgebogen – wenn ich die schrumpfende pace richtig deute – was gab’s wohl? ein Gel? Wasser? Oder was zu beißen? Ich bin ja schon neugierig… vielleicht erzählen die Runtasten ja mal ein bisschen was zu ihrem Rennen!

Nichts für ungut, aber beim Schwenk von den Profis ins Amateurlager hat man das Gefühl die Kamera hat umgeswitcht auf SloMo hihi… da sieht man erst, dass die Profis vorne abgehen wie die Raketen…und bei den Amateuren sieht das aus wie gemütliches Getrappel…

Speedy hat gerade Kilometer 30 passiert, am Hohenzollerndamm, mit einer Durchgangszeit von  2:29:37 , die angepeilte Zielzeit hat sich damit schon wieder verbessert! Das wird was! Und mit fast 700 Motivationen an dieser Stelle tragen wir unsere persönlichen Helden weiter und weiter und weiter…. go go go go go go !!!
Gonzales passiert den 30er Checkpoint bei 2:39:35, Zielzeit wäre dann 3:44, loooooooooos gib Gas, Du schaffst das !!! 480 cheers treiben Dich weiter zur Spitzenleistung, yihaaaa

Die Siegerehrung der Damen startet gerade….es ist 11:41 Uhr…ich klebe hier am PC fest und merke gar nicht wie die Zeit vergeht.
Leute – ich hab Spaß! Und im nächsten Jahr sollte ich vielleicht einfach vor Ort sein :-)
Die Ehre bei den Damen gebührt:
1. Tirfi Tsegaye, Äthiopien (2:20:18)
2. Feyse  Tadese, Äthiopien (2:20:27)
3. Shalane Flanagan, USA (2:21:14)

Und jetzt werden auch die Männer geehrt…die haben heute wirklich eine gigantische Leistung erbracht und man muss sich fragen – ist es vielleicht möglich, dass doch irgendwann ein Marathon unter zwei Stunden gelaufen wird?
Die Sieger dieses Hammer-Marathons sind:
1. Dennis Kimetto, Kenia (2:02:57)
2. Emmanuel Mutai, Kenia (2:03:13)
3. Abera Kuma, Äthiopien (2:05:56)

Gonzales erreicht gleich den Wittenbergplatz, dann wird RT ihm verraten, dass er schon 35 Kilometer geschafft hat, und dann kommt eigentlich der Zeitpunkt, wo der berühmte “Mann mit dem Hammer” kommt.
Aber ich glaube, den haben die beiden Runtasten heute nicht kennengelernt – und es überwiegt die Gewissheit “yes, ich schaffe das” über die Zweifel, falls da überhaupt Zweifel waren?
Jetzt über den Ku-Damm…immer noch mit ner glatten 5er pace, ganz souverän!
Speedy hat Kilometer 38 beim Potsdamer Platz passiert und rennt und rennt und rennt, der packt am Ende sogar vielleicht noch die 3:30 ?

Und hier kommen doch tatsächlich grade Asterix und Obelix ins Blickfeld, wer ist so verrückt bei diesem warmem Wetter im Kostüm zu laufen – ich meine… wer außer Emmi Alberts hihi…Und da läuft ein Jesus samt Kreuz?!?!? Ich glaub’s nicht…komplett verrückt…

Die 1000er Marke beim Anfeuern in RT ist mittlerweile geknackt, unglaublich wie hier mitgefiebert wird!
Gleich kommt Kilometer 40 für Speedy bei ein super Zeit von 3:25:27, ein klasse Rennen…
Und Gonzales hat nochmal mächtig Gas gegeben, er passiert Kilometer 40 bei 3:30:35….. wohooo, ich bin begeistert!

oh, ab km 40 bricht Speedy plötzlich ein! Krämpfe?
gogogogo, Du hast es gleich geschafft!! Oder genießt Du den Zieleinlauf? Ich würde es mir wünschen :) hoffentlich nichts schlimmeres…

Die beiden Jungs sind auf den letzten Metern, die Sohlen qualmen, Schmerzen werden bald vergessen sein, das Ziel in greifbarer Nähe! Hier wird mit Herzblut gelaufen, da bin ich mir ganz sicher!
Und dann…großes Finale…Speedy finisht in 3:39:15 und Gonzales in 3:41:44.

Bei beiden ganz großes Kino, Glückwunsch ihr beiden!
Suuuuuuuper Leistung in diesem bisher schnellsten Rennen der Marathongeschichte!
Lasst euch feiern, schnappt euch eure Medaillen und genießt diesen Tag noch in vollen Zügen :-) … und erholt euch schnell…

Kleiner Überblick der Ergebnisse:

Kilometer 5 10 15 20 HM 25 30 35 40 Finish
Dennis Kimetto 14:42 29:24 44:10 58:36 1:01:45 1:13:08 1:27:38 1:41:47 1:56:29 2:02:57
Anna Hahner 17:32 34:57 52:15 1:09:38 1:13:26 1:27:03 1:44:28 2:01:46 2:19:08 2:26:44
Speedy 25:23 50:26 1:15:04 1:39:52 1:45:22 2:04:46 2:29:37 2:54:39 3:25:27 3:39:15
Gonzales 27:35 54:48 1:21:56 1:48:50 1:54:28 2:14:11 2:39:35 3:04:53 3:30:35 3:41:44

 

Viele weitere Läufer sind natürlich noch auf der Strecke, kämpfen noch…der Besenwagen ist auch schon unterwegs…und an der Stelle denke ich auch mal an die Läufer, die vielleicht enttäuscht sind von einer nicht erreichten Wunschleistung, oder die sogar abbrechen mussten. Kopf hoch! Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!


Wow, was für ein Event!
Ich durfte vier Stunden lang superspannenden Laufsport genießen und meine beiden Rennhasen bei einer Wahnsinns-Leistung begleiten…

Die Profis werden das hier nicht lesen (lach), Speedy bestimmt –  Gonzales … vielleicht. Ich fände es große Klasse, wenn die beiden ihre treuen Fans mit reichlich Bildmaterial versorgen, denn leider konnten wir euch ja nur als blaue Punkte auf der RT-Karte verfolgen! Erzählt uns doch mal, wie war es für euch?

… MIR hat es sehr viel Spaß gemacht, diese Zeilen hier auf den Bildschirm zu bringen, und wenn es der ein oder andere unter euch kurzweilig genug fand und tatsächlich bis hierher gelesen hat  :-D (meinen Respekt hehe…)

dann grüßt euch ganz herzlich das Greenhorn :-)

 

 

 

Lauftagebuch

25.09.2014 Training (10km unter 60min) Tag 38 DL leicht 60 min

Strecke: Meudt-Herschbach mit Vanessa, und wieder mit den Fujis – die werden mir immer sympathischer, sind so schön direkt…

Ich hatte heute viel Zeit die Gedanken auch laufen zu lassen, denn Vanessa ist immer ein gutes Stück hinter mir geblieben. Sie ist zur Zeit ein klein bisschen langsamer unterwegs als ich, achtet auf ihren Puls, der schießt Kapriolen … und so haben wir mal nicht gequatscht, sondern sind relativ still unsere Kilometer gerannt.

Aber – und das ist ganz entscheidend – es war ein behagliches Schweigen :-)

Kennt ihr das?  So wie in “Pulp fiction” … wenn zwei miteinander schweigen können, ohne das das unangenehm wird.

Man weiß, der andere ist da … und wenn man kurz wartet (weil man z.B.  die Straße überqueren muss) ist der andere wieder da. Man kann sogar die Strecke variieren – ich hab ne kleine Extrarunde eingebaut, aber es war klar … irgendwann trifft man sich wieder … ein paar Meter oder auch Kilometer weiter … man wird den Lauf gemeinsam beenden!

Und das macht – uiuiuiui große Symbolik ! – auch Freundschaft aus. Ein Freund muss nicht immer gegenwärtig sein. Aber – wieder ganz entscheidend ;-) – wenn man ihn anspricht, wird man gehört. Dann ist da ein feedback auf das man zählen kann. Selbst nach einem langen – behaglichen (!) Schweigen.

Und manchmal ist es vielleicht auch so, dass ein Schweigen missverstanden wird, und am Ende ist da doch ein feedback :-)

Ich wünsche euch gute Freundschaften – die sind nämlich was ganz wertvolles!

Schönen Abend….und keep on running!