Kategorie-Archiv: Event

Silvesterlauf Münz 2014

Frohes neues Jahr euch allen!
Viel Glück, Erfolg, Gesundheit und Spaß in 2015!

2014 endete für mich sportlich mit dem Münz Silvesterlauf.
Eigentlich geplant mit meinen beiden Laufbuddies Martin und Vanessa. Martin hat’s leider zeitlich nicht geschafft, die Vorbereitungen für seine USA-Übersiedelung haben ihn so vereinnahmt, dass er weder für Trainingsläufe noch für den Wettbewerb Zeit hatte – schade!
Also sind wir – Vanessa und ich – mit reiner Frauen-Power an den Start :)

Ich war anfangs so naiv und hatte mir das Ziel gesetzt, die persönliche Bestzeit auf 10km bis zum Jahresende auf unter 55min zu bringen.
Jaja… hab wohl den Winter vergessen, den hatte ich noch nicht auf der Rechnung.
Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen, dass dies mein erstes Laufjahr und damit mein erster Lauf-Winter ist. Mittlerweile weiß ich, dass Regen, Matsch, Schnee und Eis durchaus Hindernisse darstellen, die nicht zu persönlichen Bestzeiten beitragen ;)

Das Training in den Wochen vor dem Lauf war also eher ein freies Training, recht planlos und wenig effektiv.
Der Lauf war nun letztlich rein zum Vergnügen gedacht – und das war es auch, ein reines Lauf-Vergnügen.

Mein dritter offizieller Wettkampf begann am 31.12.2014 um 11.00 Uhr. Es war ein 10,7km-Crosslauf, mit einem Starterfeld von 736 Läufern. Bei leichtem Nieselregen ging es an den Start, bei ca. 1°C und – so auch die offizielle Warnung des Veranstalters – auf schneebedeckter und teils vereister Strecke:
AGB
Derart motiviert ging es eng an eng auf die ersten paar Meter. Ich hatte mich eindeutig zu weit hinten im Starterfeld aufgestellt und hatte meine liebe Not, die Bummler zu überholen. Sobald man rechts oder links ausholte, war man ruckzuck auf rutschigem Terrain, Vorsicht und Konzentration waren angesagt.
Daher der etwas angestrengte Ausdruck im Gesicht ;)
Und da soll irgendjemand sagen, sowas wäre fake – so bescheuert sieht man freiwillig nicht aus :-)))
Start
Die Strecke hat auf den ersten 4 Kilometern fast nur Steigung, auf Kilometer 5 hat man beachtliche Höhenmeter zu bewältigen. Und was im Sommer bei den Trainingsläufen schon recht anstrengend war, war auf schneebedecktem Boden echt schwierig. Das Überholen hat viel Kraft gekostet, man hatte das Gefühl es geht zwei Meter vorwärts und wieder einen zurück. Ich hab mir nichts sehnlicher gewünscht als ein paar Spikes, um endlich mal Grip unter den Sohlen zu spüren. Man fühlte sich wie in einem dieser Alpträume, wo man weglaufen möchte, aber irgendwie am Boden festklebt. Und ich mag es gar nicht, ausgebremst zu werden. Ich brauch meinen eigenen Rhythmus, sonst komm ich aus dem Tritt.
Alles reine Kopfsache. Als ich hinter mir hörte “boa, ich glaub ich schaff das nicht…” war ich gleich wieder obenauf. Ich wollte nicht so ein Weichei sein ;)
HA! ICH SCHAFFE DAS!!!
Ich gestehe, ich bin am steilsten Stück zweimal für etwa 10 Meter gegangen, als ich das Gefühl hatte, meine Waden streiken gleich.
Aber das war nur ein kurzer Moment der Schwäche. Oben am höchsten Punkt angekommen, hatte ich keinen Blick für die applaudierenden Zuschauer oder die Getränkestation. Mein einziger Gedanke “Yes, ab hier nur noch bergab, looooooos geht’s!!!” Dabei ist mir glatt entgangen, dass es da auch Sekt gab :) Den hätt ich mit Sicherheit genommen!
Auf der Gefällstrecke sind mir dann Flügel gewachsen. Es hat einen solchen Spaß gemacht, dass ich vergessen habe, es könnte glatt sein. Meine Füße haben sich selbständig gemacht und einfach nur noch Gas gegeben. War nicht ganz ungefährlich!
Strecke 1
Strecke
Da neben dem 10er Hauptlauf auch noch ein 5km-Lauf, 5km-Walking/Nordic Walking, ein Bambini- und ein Schüler-Lauf und ein Hund- und Herrchenlauf stattfanden, lief ich die letzten zwei Kilometer parallel zu den Hunden samt Herrchen. Echt cool wie die kleinen Vierbeiner da unterwegs waren!
Und den Zieleinlauf – vorbei an der einheizenden Sambagruppe – teilte ich mir mit nem flotten weißen Hundchen. Hehe, der Süße hat mit echt die Show gestohlen, ich war nicht bös drum!


Mit meiner Zielzeit 1:05:59 war ich sogar einigermaßen zufrieden, für die Witterungsverhältnisse ist das auf der recht anspruchsvollen Strecke ok.
Von 736 Läufern, darunter 190 Frauen und 37 meiner Altersklasse erreichte ich: Platz 515 / AK 19 / Frauen 83
Und darauf hab ich dann auch schön ein Bierchen und nen Glühwein getrunken! Prost!

Ein dickes Lob an den Veranstalter Münz für eine wieder mal sehr gelungene Veranstaltung mit prima Stimmung! Freu mich schon auf den Firmenlauf!
Ach ja, und nach dem Rutsch ins neue Jahr hab ich 2015 natürlich auch sportlich begonnen – mit dem Neujahrslauf des Running Team Bad Ems. Herzliche Grüße an der Stelle :)

Und jetzt … auf zu neuen Zielen! Halbmarathon steht auf dem Programm! Wobei ich allerdings nun in der ersten Woche schon ne Pause einlege, weil ich grad mit Angina hier sitze ;) Ich hoffe, ich bin die schnell wieder los…

Bis zum nächsten Mal, diesmal lass ich euch nicht so lange warten!
Auf ein sportliches neues Jahr – keep on running!! :)

28. Hachenburger Löwenlauf, 18.10.2014

Juhuuu,
mein erster offizieller 10er ist geknackt!

606

Am 18.10.2014 fand der 28. Hachenburger Löwenlauf bei absolutem Bilderbuchwetter statt. Mein erster Lauf, zu dem ich mir ein Ziel gesteckt hatte. Und mit Stolz kann ich berichten – jaaaaaaa! Ziel erreicht!

Nachdem der Extremlauf im April diesen Jahres noch unter dem Motto “Hauptsache ankommen und Spaß haben” lief, war mein persönliches Ziel diesmal “10 km unter 60 min”. Dazu war ich fleißig! Den Trainingsplan hab ich 16 Wochen lang brav durchgezogen, incl. zwei Wochen Pause wegen fetter Erkältung, und schon während des Trainings war das vorgegebene Level erreicht. Die 10km unter einer Stunde hatte ich drauf.

Also steckte ich mein Ziel ein wenig höher, es sollte auf alle Fälle eine persönliche Bestzeit auf 10 km werden und am allerliebsten hätte ich den kompletten Lauf unter einer Stunde gefinisht. Leider hat mir der Veranstalter da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Zieleinlauf ist verlegt worden und der Lauf hatte nun eine Gesamtlänge von 10,8 km!

Ich war jedenfalls vorm Start ganz schön hibbelig. Ist schon was anderes, nicht mehr in einem Team anzutreten, sonder jetzt allein als Einzelkämpfer loszulegen. Zwar waren meine beiden Laufbuddies Vanessa und Martin auch dabei, aber es war klar, dass jeder sein eigenes Ding durchzieht.
Schon beim Einlaufen auf dem Hartplatz in der Nähe ist die Nervosität dann aber ganz schnell verflogen.
Die Konkurrenz wurde beäugt, viele mit Laufshirts von diversen Laufgruppen! Und wie fit die alle aussahen! Die würden uns bestimmt schnell davonrennen….

Am Start hatten wir uns im letzten Viertel einsortiert, das gesamte Starterfeld zählte etwa 180-200 Läufer. Was echt blöd war: die elektronische Zeiterfassung wurde hier beim Löwenlauf nur für die Marathonis eingesetzt. Für uns hieß das “traditionell” mit Startpistole starten und nur die Bruttozeit wurde erfasst. Am Anfang herrschte ein ziemliches Geknäuel, die Truppe musste sich um eine Kurve in die erste schmale Straße zwängen…ich musste mir meine Lücken suchen … ungewohnt!

Und dann ging’s los … die ersten paar Leute wurden überholt und die Strecke ging zunächst nur bergauf. Bloß nicht mitreißen lassen, schön gelassen angehen und am Berg nicht aus der Puste kommen! Die ersten Motivationen kamen über runtastic rein, hihi … immer wieder eine Freude!!!
Ab Kilometer 3 ging’s von der Straße weg in den Wald. Jetzt hieß es sein Tempo zu finden. Aus den Trainingsläufen war ich mein “Wohlfühltempo” gewohnt. Außer im Intervalltraining hab ich ja eigentlich nie richtig Gas gegeben, immer nur “leichte Dauerläufe” trainiert. Ich hab das Tempo mal leicht angezogen um die pace auf jeden Fall unter 6 zu halten – hat ganz gut geklappt. Neben mir lief ein Mädel, das offensichtlich gecoacht wurde, ihr “pacemaker” hat sie immer wieder angetrieben Gas zu geben. Ich hab mir das ne Zeit lang angehört und musste in mich reingrinsen … das konnte ich auch ohne Coach! Also noch ein bisschen flotter, und die beiden abgehängt. Martin lief übrigens ein Stück in Sichtweite vor mir, Vanessa irgendwo hinter mir. Also war ich gar kein Einzelkämpfer, wir kämpften im selben Lauf, in Gedanken beim gleichen Ziel – das verbindet!

Bei Kilometer 6 etwa lief’s richtig gut. Ich konnte zum erstenmal richtig befreit laufen und auch die Landschaft und diese herrliche Sonne genießen! Meine Beine liefen jetzt wie von selbst und ich wunderte mich über eins, zwei andere Läufer (T-Shirt Laufgruppe XY !) die tatsächlich eine Gehpause machten! Ich wurde flotter, die Strecke hatte ein leichtes Gefälle und ich ließ es einfach laufen …

BÄHHHHHHMMM ! Fehler!

Sobald die Konzentration zu sehr nachließ und ich immer schneller wurde, kam mein übelster Feind – das SEITENSTECHEN!
oh nein!!!!
Im Training hab ich das einfach weggeatmet, kurz langsam gemacht und weg war’s. Aber jetzt? Es war plötzlich so heftig, ich musste kurz gehen! Und das HIER? Auf abfallender Strecke???? Ich hörte ein aufmunterndes “tief atmen!” und dachte scheiße ….. meine schöne Zielzeit! Also Pobacken zusammenkneifen und weiterlaufen!
Ich konzentrierte mich auf die Atmung und nahm wieder das Tempo auf … tiiieeef atmen … ignorieren …. weiter …. weiter ….. aua ….aua …….

Und dann war’s wieder so schnell weg wie’s gekommen war. Ich gab wieder Gas. Ab Kilometer 8,5 etwa wollte ich es dann wissen, konnte ich es doch noch schaffen, diese blöde Gehpause rauszuholen?

Ich lief und lief … ich überholte einige Läufer und merkte beim Überholen – hey, die Beine können noch, da geht noch was! Und wieder die Tröten und La-Ola-Wellen aus dem Handy, jaaaa … mehr davon! go go go go ….

Und ich startete tatsächlich so etwas wie einen Endspurt :-)

Ich hatte so einen Spaß dabei, ich linste vorsichtig auf meine Pulsuhr, die pace zeigte kurz 4:50 an .. WOW … runtastic hat mir hinterher ab Kilometer 9 die paces 5:09 / 5:22 / 5:12 / 5:05 angezeigt. Ha! Das tat gut!

Vor dem Ziel dann klatschende Zuschauer, ich hörte den Sprecher beim Zieleinlauf und war happy … gleich geschafft!
Dann kam das Zieltor in Sicht, noch ein paar Meter …
ich hörte meine Nummer, meinen Namen und sah die Brutto-Ziel-Zeit 1:04: xxxxx

Yeahhh, mein erster Zehner!

Ein ganz kleines Event in der großen Laufwelt – aber ein riesiges für mich! Jeder Lauf, mag er noch so unbedeutend sein, ist für den einzelnen Läufer eine Herausforderung, und wenn sie gelingt ist es ein persönlicher Sieg!
Ich machte mich auf die Suche nach Martin, der winkte schon mit dem alkfreien Weizenbier ;-) ohhhh jaaa … DURST!
Einmal abgeklatscht und schnell meinen Schatz begrüßt, der natürlich auch zum Zieleinlauf gekommen war! Auch Martins bessere Hälfte samt Nachwuchs waren zum jubeln dabei.
Und dann kam auch Vanessa dazu und wir feierten uns ein bisschen … bei Sonnenschein und bester  Laune!

Und jetzt?

Neue Ziele müssen her! Hier wird sich nicht auf den Lorbeeren ausgeruht! Der nächste Lauf soll der Münz-Silvesterlauf in Montabaur sein – also wird weiter trainiert. Die Zeit beim 10er wird verbessert. Und dann gehe ich mein nächstes größeres Ziel an – der HM, irgendwann unter 2h!

In diesem sportlichen Sinne…
…keep on running!

Liebe Grüße, eure Claudia

 

 

 

 

Mein erstes Mal…

Erinnert ihr euch an euer ERSTES MAL ?

Ich mich schon – ist etwa 25 Jahre her ;-)

STOP !Foto Urkunde

Mein ERSTES MAL … die Teilnahme an einem Laufevent!

Jaaaaa … DAS ist natürlich etwas ganz anderes – ist noch gar nicht lange her! Aber es war trotzdem ein typisches ERSTES MAL, ich war unerfahren, aufgeregt, neugierig…und heiß drauf :-D

Am 24.05.2014 startete ich als blutiger Anfänger, praktisch untrainiert beim Münz Extremlauf! 15 Kilometer, 15 Hindernisse…von Ransbach-Baumbach nach Höhr-Grenzhausen!

Andere beginnen mit dem Laufen, trainieren eine zeit lang und überlegen dann ob und wann sie sich nun bei einem offiziellen Volkslauf anmelden. Ich hab’s anders herum gemacht, hab mich angemeldet und dann angefangen mal zu trainieren. Typisch Claudia! Setz mir ‘ne Idee in den Kopf und ich zieh das durch – gnadenlos!

Ich bin im Team Mixed gestartet, mit meinen drei Laufbuddies Vanessa, Martin und Dominik. Ich war die Oma der Truppe ;-) und hatte mächtig Schiss, dass ich mit den dreien nicht mithalten kann. Aber eines war uns von Anfang an klar: einer für alle – alle für einen! Und wenn jemand nicht mehr kann wird er weitergetragen :-)

Team Body Combat go go go go go !!!

Wir begannen zu laufen, erst jeder für sich, dann in der Gruppe. Erst acht, dann zehn, dann zwölf Kilometer. Was war ich stolz! Ich war bis dahin nie weiter als acht Kilometer am Stück gelaufen! Wir hatten zur Vorbereitung knapp zwei Monate und was soll ich sagen? Es ist einfach unglaublich wie schnell man sich anfangs verbessern kann! Wir haben uns die runtastic-app runtergeladen und haben unsere Fortschritte bestaunt – aus der anfänglichen 7er pace war irgendwann eine 6.30er pace geworden. Unser Ziel (wie niedlich!) war eine Zeit unter zwei Stunden – und vor allem: ankommen! egal wie!

Ich hab mir damals ständig Blasen gelaufen und hab mir die Füße komplett bandagiert, Dominik hatte Probleme mit der Achilles-Sehne. Egal, immer weiter trainiert…

Zu guter Letzt sind wir sogar die Original-Strecke test-gelaufen, incl. der Bachdurchquerung! Mannomann was haben die Leute doof geguckt! hahahaha…..

Es war alles so aufregend, alles eben wie beim ERSTEN MAL..Starterpaket abholen, Klamotten planen, mit oder ohne Brille laufen? Trinken vorher – wann und wieviel? Essen vorher – was, wann, wieso ;-) wo und wann starten wir? HILFE!!!!!

Und am Tag X war dann alle Aufregung vergessen und wir haben es einfach nur mit ganz ganz viel Spaß genossen. Wir sind ganz hinten im Starterfeld gestartet, damit wir niemanden aufhalten – was ein understatement! Und dann haben wir doch tatsächlich einige Leutchen überholt :-)

Von wegen …”das Beste kommt zum Schluss”…

Das Beste kommt zum Schluss

Die Hindernisse waren zugegebenermaßen total harmlos und verhinderten bestenfalls, dass die Schnellsten nicht unter einer Stunde ins Ziel kamen…aber hey – es waren Hindernisse! (wie auch das Trinken an der Versorgungsstation – nicht jeder kann während des Laufens den Becher leeren, gell Martin? ;-) )

Wir bewältigten Heuballen,  Wassergräben, den Bach, steile Serpentinen, eine Bretterpyramide, eine Hüpfburg (erste Sahne!), einen Kriechtunnel, Treppen, einen LKW-Anhänger, Autoreifen…

Und dann, nach 1:51:46,73 Std. …das erste wohlverdiente Weißbier nach dem Zieleinlauf! Geil!

Es war nur ein kleiner Volkslauf – aber wir waren die Größten!

und wir haben Blut geleckt…und beim ERSTEN MAL bleibt es nicht!

Was ja nicht heißt, dass die nächsten Male nicht noch schöner und besser werden – eben wie im richtigen Leben ;-)